Take a coffee make a drawing

ERDŐSZŐLŐ INTERNATIONAL ART CAMP / Juli 2019

Ausstellung in der Galerie MAMÜ in Budapest/Ungarn

TAKE A COFFEE
MAKE A DRAWING

Ein Auto, ein Dachzelt, eine Terasse
mit Rasen und Jägerzaun.
Ein Sonnenverdeck. Eine Leiter.
Take a coffee, make a drawing.
Ivo Weber lädt ein.

Wir sind in Ungarn, die Sonne flirrt, am Abend kommen die Mücken. Da hilft nur noch Ammoniak auf den Stichen.

Eine Woche im artcamp Erdoszolö, organisiert von den Künstlern der „Gruppe Block“ aus Ungarn. Ein internationales Künstlertreffen, zu dem jährlich eingeladen wird.
Ivo Weber realisiert hier schon über mehrere Jahre Aktionen und Installationen.
In diesem Jahr lädt er die teilnehmenden Künstler ein, ihn zum Kaffee auf seiner Terasse zu besuchen und ein Portrait von ihm zu machen.

Die Künstler kommen, sie sitzen und zeichnen und erzählen. Sie nehmen sich ihre Zeit.
So mancher sitzt mehr als eine Stunde. Da sind schon die ersten Gedanken, ob mit dem zeitlichen Rythmus alle kommen können. Die Zeit wird vorgegeben. Am Schluß sind es nur noch 7 Minuten, die zur Verfügung stehen, um alle zu Gast haben zu können.

 - Ein Kaffee -

Zu zweit sein, etwas von sich preisgeben. Den Anderen ansehen, ganz genau, einen Eindruck gewinnen, auf das Papier bringen. Wie ist der Strich, wo ist die Ähnlichkeit, Gefühle, Nähe und Distanz.
Nähert man sich jemanden an, indem man ihn zeichnet?
Was sieht man - gibt es neue „Erkenntnisse“?
Ist es egozentrisch sich in die Mitte zu setzen und einzuladen, um gezeichnet zu werden? Für einen Kaffee? Wo ist der Deal? Was erfährt man von sich - gegenseitig - oder ist es einseitig.

 - Das Dach -

Das Zelt ist die Schlafstätte von Ivo Weber. Seit vielen Jahren bereist er damit die Länder.
Er hat es über die Jahre immer weiterentwickelt, es verändert sich mit ihm. In diesem Jahr erweiterte er die Funktionalität der Schlafstätte um einen Ort, an dem man sich aufhalten kann.
Der Gedanke eines Eigenheims mit Vorgarten verstärkte sich immer mehr und machte den Umbau unausweichlich.
Es scheint wie ein Trieb, bewegt man sich über deutsche Campingplätze, so findet man kleine Vorgärten um den Wohnwagen. Mit Steinen und Gartenzwergen, Springbrunnen und Fliegenpilzen aus Keramik.  Dies alles lässt Ivo Weber außer Acht und doch ist es sichtbar.

- Nach drei Tagen-

Die Aktion ist beendet. Alle haben gezeichnet. Einen Blick auf sich und Ivo Weber geworfen und Kaffee getrunken. Der letzte Abend mit Suppe am Tisch. Die Mücken schwirren, man reibt sich mit Ammoniak ein.

Die Ausstellung am Ende des Workshops in der Galerie Mamü zeigt die Arbeiten aller Teilnehmer des artcamps. An einer Wand: Alle Portraits von Ivo Weber, gezeichnet beim Kaffee.